AR im Test – die Mayersche-App

Wie bereits zuvor beschrieben, öffnet sich auch die Verlagsbranche für die faszinierenden Möglichkeiten, die sich durch AR ergeben.

Die Mayersche-Buchhandlung KG bietet als erste Buchhandelskette eine App mit AR-Funktionalitäten an. Vorgestellt wurde die Mobile-App mit der Implementierung auf der InsideAR 2014 in München. Da wir eine ähnliche App für das Bibliothekswesen planen war ich natürlich neugierig…

Der Test

Startbildschirm

Willkommensbildschirm – Screenshot der Autorin

Schon die Begrüßung auf dem Startbildschirm ist ansprechend. Eine junge Frau auf dessen Shirt ein Herz in den Farben der Buchhandlung zu sehen ist, strahlt mich an. Oben prankt das Logo und ein „Willkommen bei der Mayerschen“, weiter links sind die verschiedene Menüpunkte übersichtlich dargestellt, ganz unten der optisch in rot hervorgehobene Button „Hier scannen“ – was hier leider auf dem Bild nicht dagestellt wird.

Scannen, das ist die Funktion, die ich gesucht habe! Jetzt nur noch ein paar Testbücher gefunden und los geht’s! Ich entscheide mich für die folgenden Bücher:

  • George R.R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer : Ein Tanz mit Drachen (2012)
  • Frank Goosen: Sommerfest (2012)
  • Patrick Lee: Dystopia (2012)
  • Joanne K. Rowling: Harry Potter und der Orden des Phönix (2003)
  • Mary Pope Osborne: Das Geheimnis des Zauberkünstlers (2014)

Die App funktioniert im heimischen WLAN einwandfrei, auch wenn das Smartphone mal nicht so ganz ruhig in der Hand liegt. Vom Scannen bis zum Bildschirm, auf dem ich den Artikel in meinen Einkaufswagen legen und mir die Rezension anschauen kann, sind die nächsten möglichen Schritte klar. Schön: 4 Bücher werden auf Anhieb mit den Zusatzinformationen versehen, lediglich Dystopia von Patrick Lee bleibt ohne. Liegt’s am verstörenden Titel? 😉 Wohl eher nicht.  Laut „Buchreport“ vom 5. November 2014 („Mayersche-App setzt auf Augmented Reality – Erweiterte Bücherrealität“) sind erst einmal „[…] Top-5000-Titel sowie die Bücher der jüngsten Kataloge hinterlegt, weitere sollen folgen.“

Bildschirm 2

Ergebnisse nach dem Scan – Screenshot der Autorin

Bidlschirm 2

Bildschirm nach der Auswahl – Screenshot der Autorin

Beim Kinderbuch „Geheimnis des Zauberkünstlers“ erscheinen keine Rezensionen. Das gilt es zu ändern! Nach meiner Registrierung und dem Log In scanne ich das Buch erneut. Doch auch jetzt kann ich im angezeigten, leeren Feld erst einmal nichts hinterlegen, auch ein Link à la „Rezension verfassen“ wird nicht angezeigt. Ich tippe also erst einmal auf „Artikel im Shop aufrufen“, obwohl ich das Buch eigentlich nicht kaufen möchte. Aber vielleicht geht es ja hier weiter? Richtig getippt! Weiter unten auf der Seite kann ich eine Bewertung abgeben und diese speichern. Als ich nach ca. 60 Minuten das Buch erneut scanne, wird die Rezension zwar im Warenkorb angezeigt, aber nicht unter „Rezensionen einblenden“. Auch drei Tage später erscheint zu diesem Buch keine Rezension.

Doch warum zeigt jetzt neben dem Verlagswesen auch der Buchhandel ein Interesse an AR?

„Reading is far more than clicking“

Den Grund für die Entwicklung der App erläutert Dr. Erlenkämper von der Geschäftsleitung der Mayerschen Buchhandlung auf bloggercamp.tv, live von der InsideAR 2014, wie folgt (ab Minute 7.30 auf deutsch):

Die Meyersche versteht sich laut Erlenkämper in erster Linie als Partner des Kunden. Dies schließt seiner Meinung nach ein, dass ein Buch im Rahmen der genutzen Technologie auch am Cover erkennbar sein sollte und nicht an Barcodes, QR-Codes o.ä. Seiner Meinung nach hat diese Eigenschaft einen zusätzlichen, schönen Nebeneffekt: Auch im Laden selbst können dann anhand von Postern mit dem Buchcover weitere Informationen zum Buch abgerufen werden. Gute Idee!

Außerdem soll sich der Buchkauf für die Kunden so einfach wie möglich gestalten und sie sollen – klar- durch begleitende Aktionen direkt vor Ort, wie z.B. einem „Weihnachtskalender“, in die Geschäfte gelockt werden. Es findet hier also die dringend benötigte Verquickung des Buchhandels vor Ort mit dem E-Commerce statt.

Der Vergleich mit dem Bibliothekswesen drängt sich praktisch auf. Spätestens wenn der Wunsch formuliert wird, die Kunden mögen wieder einmal das Geschäft (oder die Bibliothek) zu besuchen, dann benötige ich zumindest keine weiteren Gründe mehr, warum AR nichts in Bibliotheken zu suchen hat, sondern eher Ideen, wie man die AR-Realisierung vorantreiben kann.

Fazit

Gut gemachte App, die flüssig funktioniert und übersichtlich daherkommt. Das einzige was negativ auffiel, war die fehlende Rezension. Aber ansonsten bleibt nur noch ein Wunsch offen: So etwas wollen wir auch für die Bibliotheken haben!

 

 

2 Gedanken zu „AR im Test – die Mayersche-App

  1. rgla

    Hallo,
    Ich sehe die Relevanz von AR nicht? Was kann die App, was ich nicht bei Amazon finde?
    MfG
    Rainer

    1. Sabine Wolf Artikelautor

      Die Relevanz liegt im AR-Teil begründet. Nach dem „Scannen“ erscheinen Zusatzinfos zum Buch sofort auf dem Bildschirm – wie z.B. Rezensionen. Dies ist natürlich noch durch die Verlinkung zu Aktionenen, Kartenverkäufen etc. erweiterbar.

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